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Virtuelle Webserver

Um zu verstehen, was ein virtueller Webserver ist, müssen wir bei den Domains anfangen und die wichtigsten Begrifflichkeiten rund um dieses Thema klären.

Was ist eine Domain?

Eine Domain ist quasi der Familienname eines Computers. Um diesen von vollständigen Computernamen unterscheiden zu können, schreibt man sie so: ´.mein-domainname.de´.

Ein Computer hat dann noch einen Vornamen. So heißt der neue Server des Bürgernetzes ´italy.ilo.de´. Sein Vorname ist ´italy´, der Nachname lautet ´.ilo.de´ und macht deutlich, daß es ein Server des Bürgernetzes ist, der hier angesprochen werden soll.

Weil es für uns Menschen so schrecklich kompliziert ist, sich viele Namen merken zu müssen, hat sich die Tradition durchgesetzt, dem Computer, der für WWW-Seiten zuständig ist, einen zweiten Vornamen ´www´ zu verpassen. Der Name ´www.mein-domainname.de´ ist für uns Menschen definitiv besser zu merken als zum Beispiel ´d1704X21´.

Was ist ein virtueller Webserver?

Müßte das Bürgernetz tatsächlich für jeden Webauftritt einen eigenen Computer berappen, hätte ich hier nicht nur enorme Platzprobleme, sowas wäre auch nicht zuletzt wegen des Energieverbrauchs ziemlich teuer. Deshalb werden auf dem Server des Bürgernetzes sogenannte virtuelle WWW-Server eingerichtet. Diese Computer sind - wie der Name schon sagt - virtuell. Sie existieren nur in Form von Bits und Bytes auf dem echten WWW-Server, hier dem ´italy.ilo.de´.

Im WWW-Browser (Beispiele sind: Firefox, Internet Explorer, Lynx, Opera, Safari, ...) will man aber nicht nur den Namen des Computers angeben, wo die Seiten zu finden sind, sondern eben auch die einzelnen Dateien angeben. Eine WWW-Seite ist ja nichts anderes als eine Textdatei mit speziellen Befehlen in HTML.

Daher gibt man im WWW-Browser einen URL ein. URL ist die Abkürzung für ´Uniform Resource Locator´, im Deutschen wäre das wohl eine ´einheitliche Adreßangabe für Informations-Resourcen´. (Für URL sind übrigens sowohl die männliche Form ´der URL´ als auch die weibliche Form ´die URL´ gebräuchlich.) Ein URL besteht aus vier Teilen:

  1. Welches Übertragungsprotokoll brauche ich, um an die Resource heranzukommen?
  2. Welcher Computer hält die Resource für mich bereit?
  3. In welchem Unterverzeichnis des Computers sind die Daten gespeichert?
  4. Wie heißt die Datei, die ich suche?

Wie ist ein URL aufgebaut?

http://www.mein-domainname.de/verzeichnis1/verzeichnis2/datei.html

´http´ ist das Übertragungsprotokoll, das WWW-Browser normalerweise mit dem WWW-Server sprechen. (Die Abkürzung HTTP steht für ´HyperText Transfer Protocol´.) Weil HTTP quasi die Muttersprache des WWW-Browsers ist, kann man die Angabe auch weglassen. Der Doppelpunkt kennzeichnet die Trennlinie zwischen dem Übertragungsprotokoll und dem folgenden Namen des Computers. Gibt man ein Übertragungsprotokoll an, muß man auch den Doppelpunkt angeben, damit der WWW-Browser die nachfolgenden Bestandteile findet.

www.mein-domainname.de ist der vollständige Name des Computers, der die Informationen bereithält. Dabei gibt es noch ein paar Spezialitäten. Der Name ´localhost´ hat etwa die gleiche Bedeutung wie unser Wort ´ich´. Wenn ein WWW-Browser auf diesen Namen stößt, ist klar, daß die Informationen auf dem selben Computer liegen auf dem auch der WWW-Browser gestartet wurde. Das kann man zusammen mit dem Übertragungsprotokoll ´file´ dazu nutzen, sich lokal gespeicherte Dateien mit dem WWW-Browser anzuschauen:

file://localhost/Eigene%20Dateien/LuStiG.HtMl

Auch hier wird wieder eine Trennlinie zwischen Computername und dem Anfang des Verzeichnis benötigt. Weil man nicht zuviele Zeichen für Sonderaufgaben verbraten wollte, hat man sich entschieden, daß Computernamen immer hinter zwei Schrägstrichen ´//´ anfangen und spätestens mit dem nächsten folgenden Schrägstrich ´/´ zuende sind. Läßt man den Computernamen weg, ist das mit ´localhost´ gleichbedeutend. Computernamen müssen immer unmittelbar hinter dem (eventuell weggelassenen) Übertragungsprotokoll angegeben werden. Die Reihenfolge der vier Angaben eines URL ist also fest vorgegeben.

Der Schrägstrich, der einem Computernamen folgt, gehört bereits zum nächsten Element, dem Verzeichnispfad auf dem Computer, auf dem die Datei abgelegt wurde. Dabei hat der Schrägstrich im Internet die gleiche Bedeutung wie der Backslash ´\´ in der Windows-Welt. Er trennt die einzelnen Verzeichnisbestandteile, und ein führender Schrägstrich bedeutet, daß der Computer im obersten Verzeichnis seiner Festplatte mit dem Suchen anfangen soll. (Was zur Frage führt, welches das oberste Verzeichnis eines virtuellen WWW-Servers ist. Dazu später mehr.)

Schließlich folgt der Name der Datei, die man eigentlich haben möchte. Manchmal findet man in einem URL noch weitere Komponenten, die durch ein Fragezeichen ´?´ vom vorderen Teil abgetrennt sind. Das sind Argumente für Hilfsprogramme, die mit Hilfe dieser zusätzlichen Angaben eine WWW-Seite während des Abrufs dynamisch zusammenstellen (Stichworte dazu: CGI-Programme, PHP-Skripte, Java-Script).

Manchmal sieht man beim Computernamen auch Angaben wie ´:8080´ und ähnliches. Das sind Hilfen für den WWW-Browser, wie er den Computer am besten anspricht. Beim Übertragungsprotokoll ´ftp´ findet man vor dem Computernamen auch manchmal den Loginnamen für die Anmeldung per FTP, z.B. ´michi@´. Zusammenfassend findet man in einem URL viele Spitzfindigkeiten und Details für verschiedenste Übertragungsprotokolle, die sich nicht alle in dieser kleinen Einführung auflisten lassen.

Wo müssen nun die WWW-Seiten hin?

So, das war jetzt eine Menge Vorgeplänkel. Der virtuelle WWW-Server ´www.mein-domainname.de´ liegt auf dem echten WWW-Server italy.ilo.de im Unterverzeichnis ´/home/ilo04711/www/www.mein-domainname.de/´.

Wenn man sich von einem FTP-Programm mit dem Server italy.ilo.de verbinden läßt und sich mit dem Login (Benutzername) ´ilo04711´ und dem gewohnten Bürgernetz-Paßwort anmeldet, befindet man sich bereits im Verzeichnis /home/ilo04711/. Das Verzeichnis heißt auch Homeverzeichnis. Wechselt man nun in das Unterverzeichnis www, kann man dort Dateien hineinkopieren, die man anschließend über den WWW-Browser wieder abrufen kann. Der folgende URL bezeichnet die Datei datei.html im Verzeichnis /home/ilo04711/www/ (/~ilo04711/ kann man dabei einfach als Abkürzung verstehen).

http://italy.ilo.de/~ilo04711/datei.html

Läßt man den Dateinamen weg, bekommt man das Verzeichnis selbst angezeigt (analog zum DIR-Befehl unter MS-Dos oder dem Öffnen eines Arbeitsplatz-Fensters unter Windows).

Man sieht darin schon das bereits angelegte Verzeichnis für den virtuellen WWW-Server. Was in http://italy.ilo.de/~ilo04711/www.mein-domainname.de/ sichtbar ist, kann man auch über http://www.mein-domainname.de/ abrufen.

Verbindet man sich per FTP, wechselt man also zunächst in das Verzeichnis www und dann weiter in das Verzeichnis www.mein-domainname.de. In dieses Verzeichnis legt man die Dateien für den frisch eingerichteten virtuellen WWW-Server ab.

Bei der Benennung von Dateien und Verzeichnissen sollte unbedingt durchgehende Kleinschreibung verwendet werden. Man schreibt also ´datei.html´ statt ´Datei.html´. Das ist wichtig, weil auf den Servern des Bürgernetzes ´datei.html´, ´Datei.html´ und ´DATEI.HTML´ drei völlig verschiedene Dateien sind und es dem Anwender nicht zugemutet werden sollte, sich verschiedene Schreibweisen zu merken. Als Beispiel möge die lustige Datei von oben dienen. Wie war die nochmal geschrieben? Also: Datei- und Verzeichnisnamen werden immer durchgehend klein geschrieben.

Weiterhin sollte man auf Leerzeichen verzichten. Leerzeichen sind in einem URL verboten, weil sie dessen Ende anzeigen. Kommen sie doch vor, müssen sie mit Hilfe einer Umschreibung eingegeben werden, die aus einem Prozentzeichen und dem zweistelligen hexadezimalen Zeichencode besteht. Wo liegt nochmal das Leerzeichen im Zeichensatz ISO-8859-1 und wie lautet die hexadezimale Schreibweise des Codes? Genau, jeder weiß das sofort und intuitiv, ohne größer darüber nachdenken zu müssen: ´%20´ ist die Lösung. Also: Leerzeichen weglassen.

Mit den Umlauten und Sonderzeichen gibt es übrigens die gleichen Probleme. In vielen Ländern gibt es für 'ä', 'ö', 'ü' und 'ß' noch nicht einmal eine Taste auf der Tastatur! Wie sollen diese Menschen das jemals in ihrem WWW-Browser eintippen? (Wer Spaß haben möchte, tippe einfach einmal einen tschechischen Text mit einer deutschen Tastatur ab. ...) Also: Umlaute und Sonderzeichen sind auch verboten.

Was sind Zugriffsrechte?

Ein weiteres, sehr wichtiges Thema sind die Zugriffsrechte. Auf den Servern des Bürgernetz gibt es nicht nur einen Benutzer wie es bei heimischen PCs meist der Fall ist. Es gibt hunderte Benutzer, die sich alle den einen Computer teilen. Damit einer nicht dem anderen den mühsam erstellten Webauftritt zerschießen kann (und sei es auch nur aus Versehen), wird jede Datei mit zwei zusätzlichen Attributen versehen: dem Eigentümer einer Datei und der Gruppe einer Datei. Das System achtet darauf, daß neu erstellte Dateien immer dem Menschen gehören, der sich mit seinem Benutzernamen und Paßwort angemeldet hat. Manche FTP-Programme aus der Windows-Welt haben da aber ihre eigenen Vorstellungen und setzen das dann auf falsche Werte um. Also: Dateien müssen dem Benutzer ilo04711 und der Gruppe ilo04711 gehören.

Für den Eigentümer einer Datei, der Gruppe einer Datei und für alle anderen Nutzer können nun individuell Zugriffsrechte vergeben werden. Normalerweise setzt man das für reguläre Dateien auf ´-rw-r-----´ und für Verzeichnisse auf ´drwxr-x---´. Diese Einstellungen bedeuten, daß der angemeldete Benutzer die Dateien lesen (r: read) und schreiben (w: write), und die Verzeichnisse zusätzlich durchsuchen kann (x: eXecute = ausführen, starten). Hat jemand nun einen Subaccount von ilo04711, z.B. ilo04711a, so kann er die Dateien zwar noch lesen und Verzeichnise lesen und durchsuchen, aber er kann sie nicht verändern, weil das Schreibrecht fehlt. Für alle anderen Benutzer ist die Datei oder das Verzeichnis tabu, sie dürfen nicht darauf zugreifen.

Bei WWW-Seiten will man aber gerade, daß alle Welt darauf lesend zugreifen darf. Deshalb haben WWW-Seiten stets die Zugriffsrechte -rw-r--r-- (oder -rw-rw-r-- wenn Besitzer von Subaccounts oder dynamische PHP-Skripte die Seite verändern sollen). Verzeichnisse haben stets die Zugriffsrechte drwxr-xr-x (oder drwxrwsr-x wenn Besitzer von Subaccounts oder dynamische PHP-Skripte in die Verzeichnisse schreiben sollen. Das ´s´ steht übrigens für ´SetGID´. Es sorgt dafür, daß auch durch PHP-Skripte in den Verzeichnissen angelegte Dateien zur richtigen Benutzergruppe gehören). Diese Rechte können auch einzeln mit Hilfe des Befehls CHMOD in FTP-Programmen gesetzt werden. Alternativ sollte man in FTP-Programme die sogenannte UMask explizit auf ´022´ setzen (oder auf ´002´, wenn Besitzer von Subaccounts oder dynamische PHP-Skripte die Seite verändern sollen).

Abschließend nochmal alle Zugangsinformationen in tabellarischer Ultrakurzform:

FTP-Servername:   italy.ilo.de
FTP-Benutzername: ilo04711
FTP-Paßwort:      -bekanntes Bürgernetzpaßwort-
FTP-Verzeichnis:  /home/ilo04711/www/www.mein-domainname.de/

WWW-Servername:   www.mein-domainname.de
URL:              http://www.mein-domainname.de/

Zugriffsrechte für reguläre WWW-Seiten:    -rw-rw-r-- (0664)
Zugriffsrechte für WWW-Unterverzeichnisse: drwxrwsr-x (2775)
 

Dieser Text beruht auf der Beantwortung einer Support-Anfrage an das Support-Team des Bürgernetz und stammt in seiner Urfassung von Michael Engert, Inhaber der Fa. Engert Netzwerkdienste. Dieser Text wurde von Klaus Hohmann erweitert und ergänzt. Wir nutzen ihn hier mit Genehmigung der Urheber.

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