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Übertragen großer Datenmengen per Email-Anhang

Email ist für die Übertragung großer Datenmengen ungeeignet. Dieser Beitrag beschreibt die Probleme, die bei großen Anhängen entstehen können und bietet Lösungen dafür an.

Leider ist es heute ´Dank´ breitbandiger Internetzugänge üblich, mal schnell ein 12-Megapixel-Bild - oder gleich mehrere davon - als Anhang an eine Email zu hängen und das Ganze an die Lieben zu verschicken. Auf der Seite ´Emails senden und empfangen´ hatten wir bereits empfohlen, auf die Größe der Anhänge zu achten und ggf. zu reduzieren. Trotzdem kommt es immer wieder zu Problemen und typischen Fragen wie diese:

"Wenn ich Mails mit Anhang versende (z.B. 4 MB) erhalte ich den Hinweis: ´ Die Nachricht konnte nicht gesendet werden, weil die Verbindung mit dem SMTP-Server mail.ilo.de ihre Ablaufzeit (Timeout) überschritten hat. Versuchen Sie es nochmals oder kontaktieren Sie Ihren Netzwerkadministrator. ´

 

Was ist hier passiert?

Die meisten Mailprogramme haben in den Kontoeinstellungen einen sogenannten Timeout-Wert, der bestimmt, wie lange die Übertragung einer Mail insgesamt dauern darf. Wird diese Zeit überschritten, kommt die beschriebene Fehlermeldung.

Eine beliebte Fehlerquelle ist erst mal der (hoffentlich) auf dem Rechner installierte Virenscanner, der ausgehende Mails auf Viren überprüft und damit deutliche Verzögerungen verursachen wird.

Eine weitere Fehlerquelle ist, daß der Timeout-Wert und die Übertragungsgeschwindigkeit der Internet-Anbindung in ausgehender (!) Richtung nicht zusammenpassen. Viele vergessen bei der Berechnung des Wertes, daß ADSL-Anbindungen ausgehend die Daten wesentlich langsamer übertragen als eingehende (daher kommt das ´A´ in ADSL für ´asymetric´).

Den Mindestwert für den Timeout kann man nach folgender Formel grob ermitteln:

 T = Timeoutwert [s]
 S = Größe aller Anhänge [Byte]
 R = Übertragungsgeschwindigkeit ausgehend [bit/s],
     (1.000.000 bit/s = 1.000 kbit/s = 1 Mbit/s)

 T = (S * 10,7) / R + 60

Für die Übertragung von 4 MB über eine durchschnittliche DSL-Anbindung muß man ungefähr 180 Sekunden, also umgerechnet 3 Minuten veranschlagen. In vielen Mailprogrammen steht der Wert auf 120 oder gar nur auf 60 Sekunden.

Oft wird der Mailserver des Bürgernetzes kräftig traktiert. Wenn sehr viel Spam auf einmal einprasselt oder ein Botnet-Betreiber rücksichtslos die Webseiten abklappert, wird der Server etwas träge. Das Problem löst sich von alleine, sobald die Welle abebbt. Auch das führt dazu, daß die Einlieferung einer Mail deutlich länger als üblich braucht, weil der Server nebenher noch die Spamprüfung durchführen muß, was unter Last nicht so fix geht.

Schließlich können auch Paketverluste auf der Internetverbindung zwischen Einwahlknoten und Bürgernetz-Server die Übertragungsgeschwindigkeit ausbremsen.

Insgesamt muß man sagen, daß Mail einfach nicht für große Datenmengen gebaut ist. Früher kam man nicht auf die Idee, große Anhänge per Mail zu verschicken, weil die Leitungen dafür viel zu langsam waren. Heute würde einem die Ineffizienz der Übertragung eines Anhangs gar nicht so sehr stören, würden nicht Spam und Viren die Leitungen verstopfen. Hierzu eine Hausnummer: Von 1.000 übertragenen Mails handelt es sich bei ungefähr einer bis zwei Mails um keinen Spam und keinen Virus! Um die 998 Mails auszusortieren, muß inzwischen schon einiges an Rechenkraft aufgewendet werden, was die Server bei großen Mails immer anfälliger gegen Störungen macht. ...

Wenn also die Erhöhung des Timeout-Werts alleine nicht hilft, kann man das Problem dadurch entschärfen, daß man die Anhänge vor dem Verschicken in ein ZIP-Archiv (bzw. ´ZIP-komprimierter Ordner´ in Windows-Sprache) verpackt. Office-Dokumente werden dadurch meist so um den Faktor 10 bis 20 kleiner. Ist das Ergebnis immer noch zu groß, kann man die Anhänge auf mehrere einzelne Mails aufteilen. Notfalls kann man sich im Web auf die Suche nach einem Programm namens split machen, mit dessen Hilfe man eine Datei in mehrere Teile zersägen kann. Am anderen Ende müssen die Teile dann mit Hilfe von cat (Unix-Welt) oder von copy (Windows-Welt) wieder zusammengesetzt werden. Das ist zugegeben mühsam, hilft aber in der Not.

Ein weiterer Tipp: Wenn es mit mail.ilo.de (dahinter verbirgt sich der Server greece.ilo.de) partout nicht klappen will, kann man es inzwischen auch mal mit italy.ilo.de als Postausgangsserver versuchen. Allerdings ist der Server relativ konservativ konfiguriert, was die maximale Größe eingehender Mail betrifft. Da kann man sich dann also auch ein ´Message Size Exceeded´ einfangen. Aber vielleicht hilft es ja.

Achso, ja: Wir hören öfters, bei dem Provider x oder y ginge das doch. Die traurige Antwort ist: Nein, auch da geht das ständig daneben, man muß sich nur mal die Beschwerden in den jeweiligen Benutzerforen durchlesen. Es sind nur nicht immer alle gleichzeitig betroffen.

Übrigens: Bei Spiegel-Online gibt es aktuell eine schön geschriebene, allgemeinverständliche Schilderung des tagtäglichen Wahnsinns:

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,676757,00.html
 

Dieser Text beruht auf der Beantwortung einer Support-Anfrage an das Support-Team des Bürgernetz und stammt in seiner Urfassung von Michael Engert, Inhaber der Fa. Engert Netzwerkdienste. Dieser Text wurde von Klaus Hohmann erweitert und ergänzt. Wir nutzen ihn hier mit Genehmigung der Urheber.

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